Film: Technik

Ein wirklich gutes Digitalisierungsverfahren zu beschreiben, ist leider nicht in 2 Sätzen oder mit Schlagworten wie Direktabtastung und 3CCD Technik möglich.

 

Damit Sie sich ein Bild davon machen können, dass wir die Richtigen für die Digitalisierung Ihrer Videos sind, beschreiben wir unsere Technik im folgenden sehr ausführlich. Zuerst gehen wir auf übliche Problemstellungen und deren Lösungen ein, im Anschluss beschreiben wir die verschiedenen Filmformate und deren Eigenschaften.

Wenn man versucht, Super8- oder Normal8-Filme einfach von einer Leinwand abzufilmen, treten in der Regel folgende Probleme auf:

  • Durch die falsche Synchronität und die nicht kompatible Frequenz der Lampe flackern die Bilder enorm
  • Die Helligkeit nimmt zum Rand hin ab (Bildung eines Hotspots)
  • Die Bilder wirken stumpf und sind farbstichig
  • Die Schärfe lässt zu wünschen übrig und wird am Rand noch schlechter
  • Das Bild ist beschnitten und oder nicht ganz gerade
  • Der Kontrast ist viel zu hart und stimmt mit dem Original nicht überein

Wir raten von diesem Verfahren ab, da die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind.
Selbst Umlenkspiegel oder doppelte Mattscheiben lösen alle oben aufgeführten Probleme nicht. Per Software kann man zwar das Flackern fast beseitigen, die Hochfrequenzstörungen der Lampe bleiben jedoch. Mit "Cinevid" in der großen Ausführung ist dies ganz gut gelöst, aber die anderen Fehler bleiben nach wie vor. 

Warum kommt uns der analoge Film immer besser vor?

Wir empfinden das projizierte Bild als eine Art optische Täuschung, egal ob 8mm, Super8, 16mm oder Kinofilm. Bei der Projektion ist der Raum in der Regel abgedunkelt, das Auge und unser Gehirn konzentrieren sich nur auf den Film. Der Abstand im Verhältnis zur Bilddiagonalen ist bei Filmen größer und das Auge nimmt bei analogen Filmen von alleine Korrekturen in Helligkeit und Farbe vor, die es bei einem Fernsehbild bzw. einem Computerbild nicht macht. Viele Kinofilme wurden im sogenannten Halbformat gefilmt, also mit einer Negativgröße, die nur halb so groß wie Ihre Kleinbildnegative war. So hat ein Kinofilm, je nach verwendetem Filmaterial, ca. 4 bis 5 Mio. Bildpunkte. Betrachten Sie jetzt ein Bild von Ihrer Digitalkamera am PC mit 5 Mio. Bildpunkten, so wirk dies qualitativ schlechter, da Sie direkt vor Ihrem Bildschirm sitzen, nur wenige Zentimeter entfernt und nicht mit einem riesigen Abstand wie im Kino.

Woher kommt das Flackern?

Hauptsächlich entsteht des Flackern bei der Überspielung aus 3 Gründen: 

  1. Die unterschiedlichen Bildfrequenzen: Super8 wurde mit 18 Bildern/Sekunde aufgenommen (in seltenen Fällen auch mit 24). DVD, Video oder PC- Technik arbeiten aber mit 50 Halb- bzw. 25 Vollbildern/Sekunde. Der Projektor zeigt also 18 Bilder und die Videokamera 25 - daher lässt die Videokamera ab und zu einige Bilder bei der Aufnahme aus, die dann schwarz wiedergegeben werden und uns als Flackern erscheinen.
  2. Die Projektionslampe ist eine starke Halogenlampe, die mit 60Hz arbeitet. Die Videokamera hingegen filmt mit 50Hz, wodurch ein weiteres leichtes Flackern entsteht, das aber mit dem menschlichen Auge gkaum wahrnehmbar ist.
  3. Die meisten Filmkameras arbeiten nicht 100% genau mit 18 Bildern oder 24 Bildern und manchmal waren auch die Batterien in der Kamera schon fast leer. So haben wir bei vielen Aufträgen festgestellt, das die tatsächliche Bildrate bei 16-18 Bildern liegt.

Wie schaffen wir Abhilfe?

  1. Wir arbeiten mit einer 100%igen Einzelbildabtastung im High-Speed bereich. Wenn unser Gerät ein Bild des Filmes ganz sieht, gibt das Gerät ein Signal und der spezielle CCD (Bildwandler Analog-Digital) nimmt mit Hochgeschwindigkeit das volle Bild in 1/250s auf (bei 16mm sogar mit 1/500s).
  2. In unseren Studio-Digitalisierungs-Geräten ist keine Halogenlampe mehr vorhanden. Diese wurde durch eine moderne große LED-Lampe mit einer speziellen Mattscheibe ersetzt, wodurch einzelne Bilder erstellt werden können, ohne dass der Film durchbrennt, da die LED-Technik nicht sehr warm wird.
  3. Durch die echte Einzelbildabtastung (wie bei Punkt 1 beschrieben) ist es egal, ob die Kamera mit 16 oder 18 Bildern aufgenommen hat, da jedes Bild einzeln abgetastet wird.

Woher kommt der Helligkeitsabfall bzw. der Hotspot im Bild?

Diese Abbildungsfehler liegen in der verwendeten Lampe und dem jeweiligen Objektiv begründet. Da die Halogenlampe (im Projektor) in einem halbkugelförmigen Reflektor sitzt, der das Licht in der Mitte stärker bündelt als am Rand, kommt es zum sogenannten Hotspot. Je größer der Abstand zwischen Projektor und Leinwand ist, desto geringer erscheint er. Das menschliche Auge korrigiert diesen Fehler von alleine und man denkt, es ist eine gleichmäßige Lichtausbeute. Verstärkt wird dieser Effekt auch noch durch die gewölbten Frontlinsen der Objektive. Sowohl das Objektiv im Projektor als auch das Objektiv in einer Videokamera zeichnen in der Mitte des Bildes geringfügig heller auf als am Rand; zwar viel geringer als die Halogenlampe, aber bei zwei Objektiven summiert sich dieser Effekt. 

Wie kann Abhilfe geschaffen werden?

Man kann die Halogenlampe durch eine im Lichtschein gerichtete Lampe, z.B. eine spezielle LED-Lampe ersetzen und die einfachen Objektive sowohl aus dem Projektor als auch aus der Videokamera entfernen. Beim Projektor geht das noch recht einfach, bei der Videokamera ist das Problem in der Regel nicht lösbar, hier ist man mit der herkömmlichen Videotechnik auch digital bereits am Ende.


Warum wirken die Bilder stumpf und farbstichig?

Stumpf wirken die Bilder deshalb, da Sie die Bilder projizieren und die Projektionsfläche matt ist. Dieses kostet unheimlich Qualität.
Farbe ist ein ganz eigenes Thema für sich. Farbstiche können auf vielfältigste Art und Weise entstehen und um wirklich farbverbindlich zu arbeiten, muss der komplette Workflow darauf abgestimmt werden.

Wie schafft man Abhilfe?

Bei jeglicher Art von Mattscheibe oder Projektion wird das Bild stumpf, da hilft nur komplett ohne Mattscheibe oder Projektion die Bilder 1:1 im Direktabtastungsverfahren zu digitalisieren, auch ohne Prisma, denn das kostet auch Qualität.
Für eine gute Farbwiedergabe muss das gesamte System 100%ig farbtreu sein. Also Projektorlampe, CCD-Bildwandler, Kontrollbildschirme und der Wiedergaberechner. Sobald ein System nur leichte Abweichungen hat, kommen farbstichige Aufnahmen dabei heraus. Es nützt nichts, wenn man einfach Tageslicht, Kunstlicht oder Kelvin 5500 eingibt, es muss alles einzeln abgestimmt und dann zusammen synchronisiert werden. Zusätzlich müssen noch Farbprofile für die einzelnen Filme erstellt werden, wie Kodak, Agfa, Revue, auch je nach Herstellungsdatum differieren die Filme stark und dann das ganze noch für korrekt belichtet, unterbelichtet, überbelichtet und ultraüberbelichtet.
Jeder, der schon einmal in oder mit einem Farblabor gearbeitet hat, kennt dieses und so kommen schnell über 100 Farbprofile (Filmspeicher) zusammen. Aufgrund von Codes, die auf dem Film sind, kann man die Herstellung zurückverfolgen. Das gesamte Thema ist sehr komplex und daher dauert der Lehrberuf des Fotolaboranten auch zwei Jahre, wovon ein Großteil die Farblehre für sich beansprucht.
Zudem kommt bei den Filmen noch fehlerhafte Entwicklung (schlechte Fixierung oder fehlerhafte Umkehrbelichtung) wie auch die Lagerung hinzu, wodurch auch Farbstiche entstehen können. 


Warum wirken die Bilder insbesondere am Rand nicht richtig Scharf?

Die Bilder werden deshalb nicht richtig scharf, da sowohl das Objektiv im Projektor, als auch das Objektiv in der Videokamera nicht für das Abfilmen geeignet sind. Sehen Sie sich mal die Objektive genau an, dann werden Sie feststellen, dass die Frontlinsen gekrümmt sind und genau diese Krümmung macht sich jetzt im Nahbereich bemerkbar. Das bedeutet in der Mitte einigermaßen scharf und am Rand hin immer unschärfer. Dies tritt auch bei den meisten Direktabtastungssystemen auf, da mit einer Videokamera die Bilder über ein Prisma abgefilmt werden. In guten Systemen ist dabei noch ein spezielles Makroobjektiv mit plangeschliffenen Linsen verbaut, jedoch entsteht hier ebenfalls eine Randunschärfe, da mit einer herkömmlichen Videokamera abgefilmt wird, die wiederum gewölbte Linsen hat. Selbst, wenn es sich um eine digitale 3-CCD-Kamera handelt, das Objektiv bleibt gewölbt.

Wie kann man Abhilfe schaffen?

Die Wölbung in den Objektiven kommt daher, dass diese für einen Schärfebereich von 15m bis unendlich ausgelegt sind, um z.B. bei Landschaftsaufnahmen optimale Ergebnisse zu erzielen. Bei Projektoren ist der Abstand auf 8 bis 10 Meter gerechnet, im Kino genau auf die Größe der Leinwand. Aber zum Überspielen oder digitalisieren sind diese Objektive nicht geeignet. Abhilfe schafft nur das entfernen der Objektive!
In unserer Studio-Digitalisierungstechnik ist keine Videokamera vorhanden. Wir haben einen speziellen Sony Wide Dynamic CCD Sensor (nur im Industriebereich vorhanden) direkt vor die Filmebene verbaut. Um den richtigen Abstand und die richtige Abbildungsgröße zu erreichen wurde dafür ein spezielles Makroobjektiv ohne Blende und mit 100% plangeschliffenen Gläsern angefertigt. So nehmen wir 100% direkt von der Filmebene ab und nicht wie viele andere über eine Videokamera.
Nur so können wir ein optimales Ergebnis an Schärfe erreichen. Siehe auch Bildvergleich unten.


Die Bilder sind beschnitten oder nicht ganz gerade!

Verantwortlich für den Beschnitt sind die unterschiedlichen Formate. So hat das klassische Fernsehsystem ein Seitenverhältnis von 4:3 (Faktor 1:1,333) und als Beispiel Super8 ein Seitenverhältnis von 7:5 (Faktor 1:1,40). Filmen Sie jetzt mit Ihrer Videokamera den Film ab, so fehlt etwas oder Sie haben schwarze Streifen oben und unten. Ein schiefes oder verzogenes Bild liegt daran, dass die Kamera nicht 100%ig parallel zum Projektor steht. Beim Abfilmen von der Leinwand ist dieses auch nicht anders möglich, sonst müsste die Kamera direkt vor dem Projektionsobjektiv stehen.

 

Was kann man dagegen tun?

Die meisten Projektoren zeigen nur 85%-90% des Filmformats. Unsere Studio-Digitalisierungsgeräte arbeiten jedoch ohne ein Filmfenster, so haben wir mindestens 10% mehr Bild zur Verfügung und können problemlos auf das Format 4:3 transformieren, ohne dass das Bild verzogen ist oder etwas abgeschnitten wird. 


Welches Format Sie auf DVD bekommen

Sie erhalten das handelsübliche und volle original DVD-Format auf einer -R DVD. So ist sichergestellt, dass Sie eine optimale Auflösung haben und die DVD in jedem DVD-Player abspielen und auf dem PC betrachten können. Die DVDs von uns sind nicht schreibgeschützt und können auch auf dem PC bearbeitet werden.

Welche Auflösung hat eigentlich ein Super8-Film und welche haben Videokameras?

Heute, im Zeitalter der Computer, wird alles in Pixeln gemessen. Häufig hört man "je mehr desto besser", wie sie aber ganz oben schon lesen konnten, lässt sich das Auge jedoch überlisten.

Auch einen Super8-Film kann man von der Pixelzahl her berechnen. Ein Pixel ist genauso wie früher ein Filmkorn, ein einzelnes Silberhalogenid, also eine Bildinformation. Der Super8-Film hat eine Bildgröße von 5,79mm x 4,14mm. Dadurch errechnet sich eine Auflösung von 650 x 465 Pixeln ergibt gleich 302.200 Pixel, also 0,3 Megapixel.