Bildkomposition

Hatten Sie auch schon mal das Gefühl, dass ein Foto beim Betrachten irgendwie „falsch“ aussah? Je nachdem, wo man welche Elemente im Bild platziert und wie viel Raum man ihnen gibt, wirkt das ganze Foto plötzlich anders. Daher ist es für jeden Fotografen besonders wichtig, zu verstehen, wie man Bilder aufbaut, damit sie ihre volle Wirkung entfalten. Eine gute Komposition ist aber keine reine Wissenschaft. Vielmehr ist es eine Kombination aus Wissenschaft, ein bisschen Kunst und dem eigenen „Bauchgefühl“.Dennoch lohnt es sich, gängige Kompositionsregeln zu kennen und in vielen Fällen anzuwenden bzw. einfach auszuprobieren.

Harmonisches Bild mithilfe von Kompositionshilfen

Kompositionshilfen

Das eigene Motiv so im Sucher zu positionieren, dass dabei ein ausgewogenes Bild herauskommt, das steht im Mittelpunkt einer guten Komposition. Um ein Bild ansprechender wirken zu lassen, gibt es grundlegende Hilfsmittel wie die Drittelregel oder die Fibonacci-Spirale. Zum Teil lassen sie sich auch miteinander kombinieren, vor allem aber müssen sie zum jeweiligen Motiv passen. Jedes Motiv, abhängig vom Hintergrund, von der Brennweite oder auch den Kameraeinstellungen benötigt seinen ganz individuellen Bildaufbau. Daher sollte man diese „Regeln“ eher als Richtlinien ansehen. Viel wichtiger ist es, sich vorab Motive aufmerksam anzusehen und sich zu überlegen, wo und wie man sie am besten ins Bild setzt. Auch hilfreich: einfach mehrere Varianten auszuprobieren.

Drittel-Regel

Die Drittel-Regel ist einer der ältesten und einfachsten Kompositionsansätze in Bildern. Dafür müssen Sie das Bild in neun gleich große Flächen aufteilen oder Sie lassen sich gleich ein 3x3-Raster auf Ihrem Kameradisplay einblenden. Positionieren Sie anschließend Ihr Motiv auf einer der Linien (z.B. den Horizont auf einer waagerechten oder Ihr Modell auf einer der senkrechten). Denn mittig gesetzte Objekte wirken zumeist fehlplatziert. Möchten Sie zudem den Blick noch auf bestimmte Stellen lenken, können Sie diese zusätzlich auf einen der vier Schnittpunkte der Linien setzen. So legen Sie einen Schwerpunkt darauf.

Goldener Schnitt

Goldener Schnitt

Eine beliebte Alternative zur Drittel-Regel ist der sogenannte „Goldene Schnitt“. Der besteht ebenfalls aus vier Linien mit vier Schnittpunkten, positioniert aber wichtige Bildelemente mittiger. Der mittlere Abschnitt ist kleiner als die beiden äußeren sind.  Wie auch bei der Drittel-Regel sollten dabei wichtige Bildelemente auf den Linien und auf deren Schnittpunkten liegen. Aber das ist noch nicht alles: Der Goldene Schnitt liefert auch die Proportionen für die Fibonacci-Spirale (die Schneckenform im Bild links). Objekte sollten sich hier an den Linien entlang bewegen, während der Schwerpunkt am Ende der Spirale gesetzt wird.

Gleichgewicht

Bild im Gleichgewicht

Ein einzelnes Motiv, an der richtigen Stelle platziert, kann bereits ausreichen, um einen harmonischen Gesamteindruck zu schaffen. Allerdings kann es auch hin und wieder zu einem Ungleichgewicht im Bild kommen. Das liegt vor allem daran, dass ohne ein zweites Objekt keine Tiefe entstehen kann. Es gibt nichts im Bild, was wir als Vorder- beziehungsweise Hintergrund wahrnehmen können. Suchen Sie sich daher noch ein weiteres Element, das Sie in Ihrer Komposition unterbringen. Der Ast und der Berg im Hintergrund geben dem Bild Tiefe und Stabilität.

Anzahl Bildelemente

Quotenregel Fotografie

Wenn Sie mehrere Personen oder Objekte in einem Bild zeigen wollen, achten Sie auf deren Anzahl. Eine ungerade Anzahl lässt das Bild ruhig und harmonisch wirken. Eine gerade Anzahl an Objekten lenken den Betrachter ab, da er sich nicht sicher ist, auf welches Bildelement er sich konzentrieren soll. Eine ungerade Anzahl wirkt hingegen natürlich.
Bei einer ungeraden Anzahl (3, 5, 7 ect.) an Objekten ist die einfachste Aufteilung, ein Objekt in der Bildmitte und die anderen links und rechts oder darunter und darüber zu setzen. 
 

Führungslinie

Führungslinie Zaun

Führungslinien haben in Bildern immer eine gewaltige Sogwirkung auf den Betrachter. Ein schlecht gestaltetes Foto lässt den ratlosen Betrachter im Unklaren, wohin er schauen soll. Führungslinien sind ein gutes Rezept, um den Blick des Betrachters durch das Bild zu lenken. Fluchtlinien verstärken die Perspektive und die dreidimensionale Tiefe eines Fotos. In der Natur gibt es überall Linien, seien es Landschaftsformationen, Mauern, Zäune, Straßen, Gebäude oder Laternen. Dazu finden sich auch gedachte Linien, die zum Beispiel entstehen, wenn man dem Blick einer Person auf dem Foto folgt.

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